| General-Anzeiger, 27. Oktober 2009
Klavins. Zum
„Matineekonzert mit Bildern“ hatte Pianist Daniel Höhr ins
Klavierhaus Klavins eingeladen, dessen Einnahmen der Stiftung
Deutsche Kinder-Krebshilfe zugutekommen. Klare Linienführung und
für Mozart ein vielleicht etwas zu resoluter Anschlag zeichneten
die B-Dur Sonate (KV 333) aus. In den „Neun Miniaturen für
Klavier, Liegeklänge und CD nach Bildern von Udo Eich“ steuert
der Komponist Markus Grünter selbst die Liegeklänge am Keyboard
und die Einspielung seiner CD bei. Kreisende Motivik in „Gelbe
Untergangsmutation – Babylonische Verwirrung“ geben anregende
Assoziationen zu den jeweils aufgestellten farbintensiven Bildern.
Der kraftvolle Zugriff passt zu Beethovens Sonate As- Dur (op. 26)
schon besser.
Thomas Kirchhoff
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Bramscher Nachrichten,
13. Oktober 2008
Über Metal und Hardrock zurück zur Klassik
Benefizkonzert mit Daniel Höhr
lur BRAMSCHE. Es gibt sie
immer wieder, und immer öfter treten sie auch öffentlich in
Erscheinung: die Künstlerbiografien, die trotz großer Erfolge
schon in früher Jugend nicht eine gerade Konzertpodium-Karriere
verfolgen, sondern Umwege gehen, Wege im Abseits erkunden und die
Breite der Lebenserfahrungen suchen.
Daniel Höhr, der als den
Soundtrack seiner Kindheit Mozarts Klaviersonaten nennt, der
„Jugend Musiziert"-Preisträger ist, als Abiturient erste
Soloabende mit Moussorgskys „Bildern einer Ausstellung"
gibt, dann als Bassist und Keyboarder in die Hardrock- und Metal
-Szene wechselt, Englisch studiert und zehn Jahre als Lehrer tätig
ist, entdeckt dann das Klavier neu, übt zwei intensive Jahre,
erarbeitet sich ein neues Repertoire, mit dem er nun in kleineren
Konzertsälen der Region Fuß fasst.
Am vergangenen Freitagabend
spielte er mit freundlicher Unterstützung durch die
Volkshochschule Bramsche zugunsten der „OKE-Kinderhilfe
e.V." ein Benefizkonzert im Tuchmachermuseum. Die
OKE-Kinderhilfe entwickelte sich aus dem privaten Engagement der
Belegschaft der Firma „Osnabrücker Kunstoff-Erzeugnisse",
welche seit zehn Jahren in internationale Produktionsstätten in Südafrika,
Portugal, China und Mexiko investiert und dabei vor allem auch
soziale Verantwortung vor Ort tragen will.
Verklärte Kindheit
Programmatisch eröffnet der
Konzertabend mit Robert Schumanns Kinderszenen op. 15. Diese
dreizehn kleinen hochromantischen Miniaturen sind eine Art
Reminiszenzen an eine verklärte Kindheit: „Hasche-Mann",
„Träumerei", „Ritter vom Steckenpferd", „Kind im
Einschlummern" etc. Sie werden von Daniel Höhr in Tempo,
Dynamik und Agogik charakteristisch gestaltet, auch wenn die
teilweise latente Polyphonie und die romantischen Melodielinien zu
vertikal dem Taktpuls untergeordnet werden. Eindrucksvoll gelingt
trotzdem die Schlusstrias, an deren Ende Schumann den romantischen
Dichter sehnsuchtsvoll suchend rezitativisch sprechen lässt, was
Höhr musikalisch sensibel aushört und durch eine gelungene
Pedalisierung in Zauberworte zu verwandeln weiß.
Insgesamt stimmiger gelingen die
drei Intermezzi op. 117 von Johannes Brahms, deren
grundmelancholische Stimmung stilsicher erfasst wird. Höhr
gelingt hier eine souveräne Nachzeichnung der großflächig
angelegten Architektur dieser drei Spätwerke von Brahms, indem er
die differenzierten Klangfarben des Bösendorfer-Flügel auslotet.
Kraftvolle Akkorde
Nach der Pause steht Ludwig van
Beethovens c-Moll-Sonate op. 13 auf dem Programm. Höhr versteht
dieses vergleichsweise frühe Werk Beethovens als ein
titanenhaftes und dionysisches Verlangen nach Ausdruck. Sehr
schnelle Tempi und kraftvoll hingeworfene Akkorde, eilendes
Laufwerk und Ausreizung der instrumentalen Grenzbereiche im
Diskant und Bass lassen die feineren Töne etwa des bukolischen
Zwischenthemas im ersten Satz oder die Cantabile-Melodie des
zweiten und auch die feine Ziselierung des Rondothemas in den
Hintergrund treten.
Bevor Daniel Höhr den gut
besuchten Abend mit der explosiven Akkordik von Robert Schumanns
„Aufschwung" aus den Fantasiestücken op. 12 ausklingen lässt,
erklingt als pianistischer Höhepunkt Franz Liszts bekannte zweite
Ungarische Rhapsodie. Hier gelingt es Höhr vorzüglich, alle
pianistische Show, wie sie bei Liszt-Interpreten oft zu hören
ist, beiseite zu lassen und stattdessen Liszts
Transzendentaltechnik nüchtern und präzise in den Dienst des
romantischen Folklorismus zu stellen, dessen zigeunerhafte
Melodien auf diese Weise einen sehr schönen fremden und herben
Charme entwickeln.
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Bersenbrücker Kreisblatt, 25. September 2008 [Artikel
als PDF]
Urwüchsige musikantische Veranlagung
Neuenkirchen: Klavierabend
Von Hans Gerhard Heymel
NEUNKIRCHEN. Große romantische Klaviermusik
erklang in der St.-Laurentius-Kirche zu Neuenkirchen. Anlässlich
eines Benfizkonzerts zur Renovierung des Gotteshauses spielte
Daniel Höhr berühmte Werke von Beethoven, Schumann, Brahms und
Liszt.
Zentral plaziert unter dem Lichterkranz des
Kronleuchters, eröffnete Daniel Höhn [sic] mit großer
Konzentration sein abwechslungsreiches Programm mit den
"Kinderszenen" op. 15 von Robert Schumann. Mit viel Einfühlungsvermögen
erweckte er die kostbaren musikalischen Miniaturen zum Leben und
verklanglichte mit differenzierter Anschlagskunst besonders in der
dynamischen Gestaltung die poetischen Ideen der kleinen
Charakterstücke. In den "Drei Intermezzi" op. 117 von
Johannes Brahms gelang es Höhr, den durchgängigen
melancholischen Ausdruck der späten Komposition offenzulegen.
Dank seiner virtuosen Spieltechnik entwickelte sich in den
kostbaren Details der Elegien eine große Wärme, die, von den
Mittelstimmen getragen, den Satz mild durchleuchtete.
Ludwig van Beethovens "Pathetique" wurde
anschließend zum Höhepunkt des Abends. Mit großer Hingabe
bewegt und belebt Höhn [sic] das berühmte Werk, macht mit
kraftvollem Anschlag und großem Pathos eine "Grande
Sonate" daraus, wie es der Komponist im Werktitel
vorschreibt. Zusätzlich getragen von der weiten Akustik, entlockt
Höhr seinem Instrument dabei nahezu orchestrale Klänge,
akzentuiert mit archaischer Wucht den einleitenden Moll-Akkord, um
ihn umgehend werkgetreu lyrisch zu entwickeln. Höhr gestaltet die
schnellen Tempi exzessiv, verdichtet die Sechzehntelläufe fast
bis an die Grenze eines Glissandos, um mit aller Kraft im Vorwärtsdrängen
Beethovens sehnsüchtige Utopie zu folgen. Die As-Dur-Melodie
formt Höhn [sic] zu einer Meditation, überspielt souverän mit
Geschick die Klippe der Partitur, um anschließend, wie dem
Schicksal trotzend, das Werk mit pathetischer Leidenschaft im
Rondo zu beschließen.
In der 2. Ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt
offenbarte Höhn [sic] zum Abschluss des Programms seine urwüchsige
musikantische Veranlagung in der Umsetzung der schwungvollen
Zigeuner-Melodik. Nahezu ekstatisch spielte er die feurigen und
kapriziösen Elemente der "Hongroise" und zeichnete, gelöst
von pianistischer Konvention, mit solidarischer Willenskraft ein
vitales Bild der heimatlosen Zigeuner.
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Kölner Stadt-Anzeiger, 11. März 1994
Mondschein-Sonate voller Romantik
Pianist Daniel Höhr schätzt lyrische Tongebung
Sankt Augustin - Was bringt einen 20jährigen
zu einer intensiven Auseinandersetzung mit klassischer Musik am
Klavier? Die Faszination des Tasteninstrumentes, die Möglichkeit
der Klangkombination und die Vielfalt des Ausdrucks waren es, die
Daniel Höhr zur pianistischen Beschäftigung anregte.
Seit zwölf Jahren spielt Daniel Höhr Klavier;
seit 1988 unterrichtet ihn Eleonora Sauer. Im Haus Menden gab der
mehrfache Preisträger von "Jugend Musiziert" einen
Klavierabend, der seine Begeisterung für das Instrument spüren
ließ.
Seine Stärke sind romantische Kompositionen, in
denen er mit weicher und lyrischer Tongebung die Melodien zart
herausarbeitete. Auch den großen romantischen Akkordklängen und
Arpeggios gab Daniel Höhr emotionalen Ausdruck.
Leider führte das zeilweise zu häufig benutzte
Pedal zum Eindruck einer sehr starken Tonverschmelzung bis hin zur
Verschwommenheit, was für das barocke und klassische Stück nicht
sonderlich zuträglich war. In Bachs Toccata aus der
e-Moll-Partita vermißte man die notwendige klare Durchsichtigkeit
und die rationale Durchdringung der Strukturen. Auch Beethovens
"Mondscheinsonate" interpretierte Höhr sehr romantisch,
teilweise einfühlsam. Störend auch hier die extreme
Pedalbenutzung. Liszts Ungarische Rhapsodien Nr. 2 und 5 kamen dem
Musiker und seinem empfindsamen Verständnis mehr entgegen. Hier
bewunderte das Publikum auch sein Fingerfertigkeit. Auffällig bei
allen Interpretationen waren die zurückhaltend gewählten Tempi.
Höhr bereitet sich zur Zeit auf die Aufnahmeprüfung
für die Musikhochschule im Fach Schulmusik vor dort sieht er auf
Grund der übergroßen pianistischen Konkurrent sein eberufliche
Chance mit einer handfesten Perspektive. Nebenbei ist er auch
Keyboarder in einer Rockkband.
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General Anzeiger 8. März
1994
Daniel Höhr setzte
pianistische Glanzlichter
Augustiner
Abiturient brillierte als Solist im Haus Menden - Von Bach bis
Bartok
Sankt Augustin.
(haa) Auf dem Programm standen "berühmt-berüchtigte"
Werke von Bach bis Bartok. Daniel Höhr meisterte sie brilliant.
Im Rahmen der vom städtischen Kulturamt organisierten Reihe
"Concertino", die jungen Künstlern ein Podium bietet,
gab der Abiturient des Rhein-Sieg-Gymnasiums einen Klavierabend im
Haus Menden.
Der angehende Musikstudent tritt derzeit vermehrt
als Solo-Pianist hervor. Der Auftritt im Haus Menden war der
vierte Soloabend des mehrfachen Preisträgers bei Jugend
Musiziert. Er überzeugte mit Konzentration und und einem Spiel,
das auf Reserve setzte. So etwa beim Vortrag von Bachs
einleitender "Toccata" zur "Partita Nr. 6,
e-moll" (BWV 830), die nie übertrieben oder ausladend wirkte
und doch einen individuellen Anstrich erhielt.
Dieses Deutungsvermögen kam auch dem Vortrag der
"Sonata quasi una fantasia" (op. 27,2) zugute, die zu
den meistgespielten Klavierstücken Beethovens überhaupt zählt
und von daher schwierig individuell zu interpretieren ist. Dennoch
gelang es Höhr, gerade dem vielgespielten ersten Satz eine eigene
Note zu verleihen und auch die folgenden Sätze mit Brillianz und
Können vorzutragen. Nicht minder bekannt sind die ungarischen
Rhapsodien Liszts, deren zweite und fünfte auf dem Programm
standen, nachdem Höhr Carl Maria von Webers "Aufforderung
zum Tanu" gut gemeistert hatte. Sicherlich waren kleine
Ungenauigkeiten der Anhäufung von bravourösen Passagen
zuzuschreiben, zumal Höhr ein pianistisches Glanzlicht an das
andere reihte. So etwa Webers Opus 65, die
leidenschaftlich-beschwingte Vertonung eines Schnellwalzers, der
bereits Komponisten wie Hector Berlioz und Felix von Weingartner
zu Orchestrierungen veranlaßt hat. Die melodische
Vielschichtigkeit der Programmusik wußte Höhr mit allen ihren
schillernden klangfarblichen Aspekten umzusetzen. Ebenso spannend
wie temperamentvoll auch die Interpretation der zweiten Rhapsodie
von Liszt, die mit ihrem prägnanten Anfangsmotiv ebenso Weltruhm
erlangt hat, wie Bartoks gewaltiges "Allegro barbaro"
und das als Zugabe erklungene "Claire de lune" (Suite
bergamasque) von Claude Debussy.
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